Das Projekt

Ein Theaterprojekt, in dem die Märchen keine Grenzen haben

Kinder aus verschiedenen Kulturen beschäftigen sich mit bekannten Märchen auf der Suche nach Ähnlichkeiten und Unterschieden und setzen sich mit Themen wie Respekt, Toleranz und Verständnis auseinander. Im Rahmen von interkulturellem Austausch und fantasievollen Begegnungen entsteht ein Theaterstück, das die Kinder als „ProtagonistInnen“ in jedem Sinn gestalten. Der künstlerische Wert der Aufführung ergibt sich aus der Qualität des kreativen Weges, den die Kinder im Laufe des Projektes durchqueren werden.
Die Absicht, das Projekt mit einer Willkommmensklasse durchzuführen, ist naheliegend. Eine funktionierende Struktur wie die Schule muss sich den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zuwenden. Die Dringlichkeit, für Flüchtlingskinder Willkommensklassen zu eröffnen ist im Projekt Ausgangspunkt für die interkulturelle Arbeit und stellt zunächst eine Struktur zur Verfügung, die es perspektivisch ermöglicht, auf vielseitige Weise mit den Ankömmlingen in Verbindung zu kommen. Es muss zum einen gewährleistet werden, dass die Deutsche Sprache vermittelt wird und zum anderen eine darüber hinausgehende Perspektive eröffnet werden. Aus diesem Grund müssen die Willkommensklassen für Einheimische geöffnet werden, denn einer Isolierung muss frühzeitig entgegengewirkt werden. Der erste Kontakt kann demnach nicht gänzlich über Sprache erfolgen, sondern muss auch über andere Formen geschehen. Die Sprache kann hier auch als eine Blockade verstanden werden. Es soll sich auf die Suche begeben werden, einen gemeinsamen Weg in die Sprache durch das gemeinsame Spiel zu finden. Die derzeitige Überforderung der Schulen, genügend Lehrpersonal für effektive Willkommensklassen zur Verfügung zu stellen, stellt zugleich die Notwendigkeit und die Chance dar, derzeitige Freiräume auszufüllen, um neben dem Deutschunterricht weitere Zugänge in unsere Kultur zur Verfügung zu stellen. Kommunikation muss gelernt werden, Ängsten muss begegnet werden, das Gemeinsame geprobt werden und die Lust auf eine gemeinsame Kultur der
Unterschiede freigesetzt werden. Wir wollen mit den Mitteln des Theaters eben diese Interessen stärken und uns im gemeinsamen Spiel auf einen gemeinsamen Weg machen. Wir, als freiwillige TheatermacherInnen, können dazu beitragen, einen utopischen Moment zu schaffen, der zur Orientierung in einer immer komplexeren Welt wird. Die Kinder haben nicht nur die Chance, eine Schule zu besuchen, sondern auch an einem künstlerischen Projekt teilzunehmen und erhalten dadurch eine kreative Plattform. Dieser Umstand ist auch für die deutschsprachigen Schüler gewinnbringend. Sie arbeiten freiwillig und bewusst mit Flüchtlingskindern zusammen und üben die Auseinandersetzung durch eine tatsächliche und intensive Kontaktaufnahme.

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